Namibias Süden Reisebericht – 6 Highlights & Rundreise-Tipps für den Süden

Reisebericht für Namibias Süden:
6 Highlights, Tipps & Sehenswürdigkeiten von Lüderitz bis Fish River Canyon

Der Süden von Namibia ist eine Region der Extreme: endlose Wüsten, raue Atlantikküste und gewaltige Canyons. Aus dem südafrikanischen Kgalagadi Transfrontier Park kommend, entdecken wir den Süden Namibias auf einer abwechslungsreichen Route, die uns vom Sossusvlei über Lüderitz und die Geisterstadt Kolmanskop bis zum Fish River Canyon führt. Dabei erleben wir Namibia von einer ganz anderen Seite als den Norden des Landes. In diesem Reisebericht nehmen wir dich mit zu den besten Sehenswürdigkeiten der Region und stellen dir die Highlights im Süden von Namibia vor.

Tags zu diesem Reiseziel

Reisebericht Namibias Norden Rundreise mit allen Highlights und Sehenswürdigkeiten

Lage & Route

Land

Namibia

Anzahl Besuche

2x

Reisejahre

2019
2026

Letztes Update

08.2026

Kurz & knackig — Unsere Meinung

„Weite Strecken nehmen wir gerne in Kauf – denn der Süden Namibias begeistert mit spektakulären Landschaften, faszinierender Geschichte und einer einmaligen Abgeschiedenheit, die besonderen Charme innehat.“

Inhaltsverzeichnis

01 — Kalahari Red Dunes Lodge

Kalahari Red Dunes Lodge – Übernachten zwischen roten Dünen und wilden Tieren

Nach einer Woche Abenteuer im Kgalagadi Transfrontier Park heißt es für uns, Abschied von der südafrikanischen Kalahari zu nehmen. In Mata-Mata überqueren wir die Grenze nach Namibia (hier werden wir streng kontrolliert, auch das gesamte Auto wird durchsucht), ehe wir uns auf den Weg in Richtung Norden machen. Rund hundert Kilometer später erreichen wir schließlich die Kalahari Red Dunes Lodge.

Die Lodge liegt am westlichen Rand der Kalahari, dort, wo die weite Landschaft der Karoo auf die ersten roten Sanddünen trifft. Zwölf Chalets liegen rund um eine flache Senke zwischen den Dünen verteilt und fügen sich wunderbar in die Landschaft ein, während die Tierwelt unbeirrt zwischen den Chalets umherstreift.

Direkt auf dem Gelände lässt sich die Kalahari auf eigene Faust erkunden. Rund um die Lodge gibt es ein gut ausgeschildertes Netz verschiedener Wanderwege, die durch die Dünenlandschaft führen. Je nach Lust und Zeit stehen unterschiedliche Strecken zur Verfügung.

Wir entscheiden uns für den Red Dam Walk und machen uns auf eine rund vier Kilometer lange Runde durch die Kalahari. Der Weg führt über die Dünen, durch niedrige Vegetation und vorbei an einem Wasserloch. Schon nach kurzer Zeit wird aus einem einfachen Spaziergang eine kleine Safari zu Fuß.

Auf der Hälfte des Weges entdecken wir tatsächlich eine Gruppe Giraffen. Angesichts ihrer Größe müssten eigentlich wir Respekt vor ihnen haben – doch offenbar sehen die Tiere das ganz anders. Kaum kommen wir ihnen etwas näher, nehmen sie auch schon Reißaus. Und so verschwinden die beeindruckenden Tiere schneller zwischen den Büschen und Dünen, als uns lieb ist.

Ein Stück hinter dem Wasserloch wartet dann die nächste Überraschung: eine kleine Gruppe Gnus und Zebras. Vorsichtig steuern wir auf die Tiere zu, doch diesmal macht uns ein Gnu-Bulle unmissverständlich klar, dass wir besser Abstand halten sollten. Vorsichtig treten wir den Rückzug an.

Genau diese Mischung aus Landschaft und Tierbeobachtungen macht die Kalahari Red Dunes Lodge für uns zu einem besonderen Zwischenstopp. Nach den intensiven Tagen im Kgalagadi Transfrontier Park ist es schön, die Kalahari nun einmal ganz anders zu erleben: nicht aus dem Auto heraus, sondern zu Fuß – und mit der Gewissheit, dass hinter der nächsten Kuppe schon die nächste tierische Begegnung warten kann.

Kalahari Red Dunes Lodge in Namibia
Kalahari Red Dunes Lodge in Namibia
Red Dam Walk in der Kalahari Red Dunes Lodge in Namibia
Kalahari Red Dunes Lodge in Namibia
Kalahari Red Dunes Lodge in Namibia
Zu Fuß unterwegs und auf Tuchfühlung mit der Wildnis

02 — Soussusvlei

Soussusvlei – Einer der Höhepunkte jeder Namibia-Reise

Unser nächstes großes Ziel ist das Sossusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark – eine der spektakulärsten Landschaften des Landes. Riesige rote Sanddünen, die weiße Salz-Ton-Pfanne des Deadvlei und die bizarren abgestorbenen Kameldornbäume machen die Namib zu einem Ort, der uns auch bei unserem zweiten Besuch wieder beeindruckt.

Es ist unser zweiter Besuch des Sossusvlei, 2019 waren wir schon einmal hier. Dieses Mal wollen wir die Region um das Sossusvlei nicht nur noch genauer unter die Lupe nehmen – sondern wir schauen es uns auch aus der Luft an. Auf einer Ballon-Safari geht es hinauf in schwindelnde Höhen, die uns bei aller Höhenangst mit spektakulären Aussichten belohnt.

Im Sossusvlei gibt es so viel zu entdecken, dass wir diesem Reiseziel in Namibia einen ausführlichen eigenen Reisebericht gewidmet haben. Wenn du mehr über die Anreise, die schönsten Dünen, Deadvlei und Hiddenvlei, unsere Tipps für den perfekten Besuch und natürlich die Ballon-Safari erfahren möchtest, findest du alle Details in unserem ausführlichen Sossusvlei-Reisebericht.

Deadvlei in Namibia
Düne 40 bei Sossusvlei in Namibia
Namib Sky Balloon Safari in Sossusvlei
Namib Sky Balloon Safari in Sossusvlei

03 — Lüderitz

Lüderitz – Zwischen Wüste, Atlantik und deutscher Kolonialgeschichte

Nach vier Tagen in der Lodge am Sossusvlei ziehen wir weiter. Knapp sechs Stunden Autofahrt nach Lüderitz liegen heute vor uns. Über Helmeringhausen und Aus geht es weiter nach Süden. Die Strecke lässt sich relativ entspannt fahren, auch wenn uns immer wieder einige Schlaglöcher daran erinnern, dass wir noch lange nicht auf perfekten Straßen unterwegs sind. Kurz vor Aus haben wir schließlich wieder Asphalt unter den Reifen. Wir tanken noch einmal voll und fahren anschließend auf der B4 weiter in Richtung Atlantik. Rechts liegt der Namib-Naukluft-Nationalpark, links beginnt das riesige Sperrgebiet, das sich entlang der Küste erstreckt.

Je weiter wir nach Westen fahren, desto abgelegener ist die Landschaft. Es geht durch 130 Kilometer menschenleere Wüste. Die Stadt liegt eben äußerst exponiert an der Atlantikküste und ist durch die Wüsten vom restlichen Namibia abgeschirmt. Schließlich tauchen zwischen Wüste und Atlantik pastellfarbene Häuser, verspielte Jugendstilfassaden und historische Gebäude auf. Deutsche Straßennamen und wilhelminische Architektur wirken in Lüderitz fast surreal – schließlich befinden wir uns mitten in Namibia, hunderte Kilometer von jeder größeren Stadt entfernt. Dazu der Blick auf den kalten Atlantik, der Wind in den Straßen und die allgegenwärtige Weite der Wüste: Lüderitz fühlt sich ein bisschen wie eine Zeitreise an.

Die ungewöhnliche Atmosphäre der Stadt ist eng mit ihrer Geschichte verbunden. 1883 gründet der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz hier eine Handelsniederlassung, wenig später wird das Gebiet zum Ausgangspunkt der deutschen Kolonialherrschaft in Südwestafrika. Als 1908 in der Umgebung Diamanten entdeckt werden, verwandelt sich Lüderitz innerhalb kürzester Zeit in eine Boomtown. Noch heute erzählen zahlreiche prachtvolle Gebäude von dieser Zeit.

Bei unserem ersten Rundgang wirkt Lüderitz an diesem Sonntag angenehm ruhig und fast menschenleer. Genau das gefällt uns: Statt Trubel gibt es hier eine faszinierende Mischung aus rauer Atlantikküste, endloser Wüste und einer Stadt, die ihre Geschichte sichtbar bewahrt hat. Und spätestens jetzt verstehen wir, warum Lüderitz einen festen Platz auf einer Namibia-Reise verdient.

Im „Portuguese Fisherman“ sitzen wir pünktlich zum Sonnenuntergang draußen und genießen einen Hummer und Teriyaki-Tuna, dazu eine Flasche Protea Sauvignon Blanc. Wir fühlen uns nicht nur wie am Ende der Welt – wir sind es wirklich!

Lüderitz in Namibia
Lüderitz in Namibia
Lüderitz in Namibia
Turnhalle in Lüderitz in Namibia
Lesehalle und Turnhalle – Deutsche Spuren sind in Lüderitz allgegenwärtig
Lüderitz in Namibia

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04 — Diaz Point

Diaz Point – Wo der raue Atlantik mit voller Wucht auf die Lüderitz-Halbinsel trifft

Am nächsten Morgen fahren wir hinaus zum Diaz Point. Schon die rund 20 Kilometer lange Fahrt über die Lüderitz-Halbinsel ist ein Erlebnis: Die karge, sandige Landschaft auf der einen Seite, der raue Atlantik auf der anderen. Am Diaz Point treffen Wind und Wellen mit voller Wucht auf die zerklüftete Felsküste. Auf dem vorgelagerten Felsen stehen der markante Leuchtturm und eine Nachbildung des Steinkreuzes, das der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Dias hier 1488 errichten ließ.

Wir stehen eine Weile am Rand der Klippen und lassen diese unwirtliche, aber faszinierende Landschaft auf uns wirken. Viel rauer kann Namibia kaum sein – und genau das macht den Ausflug so besonders.

Diaz Point auf der Lüderitz-Halbinsel in Namibia
Diaz Point auf der Lüderitz-Halbinsel in Namibia
Diaz Point auf der Lüderitz-Halbinsel in Namibia

05 — Kolmanskop

Kolmanskop – Die berühmte Diamanten-Geisterstadt mitten in der Namib

Wer nach Lüderitz kommt, kommt auch wegen Kolmanskop – die berühmte Geisterstadt solltest du dir tatsächlich nicht entgehen lassen. Sie liegt nur 15 Kilometer von Lüderitz entfernt mitten in der Namib und ist eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Namibias: eine ehemalige Diamantenstadt, die heute langsam von den Sanddünen zurückerobert wird.

Kolmanskop wurde 1908 nach einem Diamantenfund durch den Bahnarbeiter Zacharias Lewala. Der Name geht auf einen Transportfahrer namens Johnny Coleman zurück, der hier im 19. Jahrhundert mit seinem Ochsenwagen im Sand stecken blieb („Coleman’s Hill“ → Kolmanskop). 1908 fand der Bahnarbeiter Zacharias Lewala in diesem Gebiet einen glitzernden Stein, den sein Vorgesetzter August Stauch, seines Zeichens verantwortlich für die Überwachung der Bahnstrecke nach Lüderitz,  sofort als Diamanten erkannte. Die darauf folgende Bestätigung löste ein Diamantenfieber aus, das den kleinen Bahnhof Kolmanskop in kürzester Zeit zur reichsten Stadt Afrikas machte.

Die neue Diamantenmetropole beeindruckte mit einer für die raue Namib geradezu surrealen Luxus-Infrastruktur: elektrischer Strom, opulente Steinhäuser, Casino, Theater, Ballsaal, ein Krankenhaus mit dem ersten Röntgengerät im südlichen Afrika, Eisfabrik, Turnhalle und sogar eine Kegelbahn. Obwohl hier nie mehr als rund 400 Menschen lebten, schuf der Reichtum eine Miniaturversion europäischer Großstädte mitten in der Wüste.

Als jedoch ergiebigere Diamantenfelder weiter südlich entdeckt wurden, verlor Kolmanskop rasch an Bedeutung. Die Stadt wurde in den 1960ern aufgegeben und schließlich von der Namib zurückerobert. Heute ist sie eine atmosphärische Geisterstadt, von Sanddünen durchflutet und voller Geschichten über Aufstieg, Reichtum und Vergänglichkeit.

Für uns steht Kolmanskop schon lange auf der Travel-Bucket-List. Dort angekommen, zahlen wir rund 600 N$ Eintritt. Unsere selbstgeführte Tour startet im Hauptgebäude, dort gibt es ein kleines Museum mit verschiedenen Erinnerungsstücken an die glorreiche Zeit. Vorne im Souvenir-Shop gibt es sogar echte Diamanten zu kaufen; einer von ihnen kostet 80.000 N$, umgerechnet rund 4.200 €!

Anschließend geht es hinaus in den Sand. Wir streifen durch das Haus des Quartiermeisters, später durch das Haus des Buchhalters und schließlich durch das imposante Haus des Minenverwalters. Die Gebäude sind inzwischen stark verfallen und dürfen nur auf eigene Gefahr betreten werden. Genau das macht den Besuch aber so faszinierend: Der Sand erobert sich Raum für Raum zurück und schafft dabei eine Kulisse, die beinahe unwirklich wirkt.

Kolmanskop ist deshalb weit mehr als eine verlassene Stadt. Nirgendwo sonst wird so eindrucksvoll sichtbar, wie vergänglich Reichtum und menschliche Bauwerke in einer Landschaft sein können, die am Ende doch immer wieder die Oberhand gewinnt.

Geisterstadt Kolmanskop bei Lüderitz in Namibia
Geisterstadt Kolmanskop bei Lüderitz in Namibia
Geisterstadt Kolmanskop bei Lüderitz in Namibia
Geisterstadt Kolmanskop bei Lüderitz in Namibia
Geisterstadt Kolmanskop bei Lüderitz in Namibia

06 — Fish River Canyon

Fish River Canyon – Afrikas größter Canyon und der zweitgrößte Canyon der Welt

Höchste Zeit für unser letztes Ziel im Süden Namibias: den Fish River Canyon. Von Kolmanskop liegen rund 370 Kilometer vor uns, ehe wir die „Canyon Lodge“ erreichen. Sie wird für die nächsten Tage unsere Unterkunft sein, denn sie bietet eine optimale Lage für einen Besuch des Canyons. Weitläufig verteilt schmiegen sich die einzelnen Chalets zwischen die bizarren Felsformationen.

Fish River Canyon Lodge in Namibia

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zum Canyon. Der Fish River Canyon ist mit 160 Kilometern Länge, bis zu 27 Kilometern Breite und stellenweise 550 Metern Tiefe der größte Canyon Afrikas. Über Millionen von Jahren hat der Fish River diese gewaltige Schlucht in das trockene Hochland geschnitten.

Am Gate zahlen wir unseren Eintritt und folgen rund zwölf Kilometer der Gravel Road bis zum Hobas Viewpoint, dem wichtigsten und spektakulärsten Aussichtspunkt am Fish River Canyon. Als wir aus dem Auto steigen und an den Rand des Canyons treten, verschlägt es uns die Sprache: Die Dimensionen sind gewaltig! Der Blick erinnert uns zwangsläufig an den Grand Canyon in Arizona.

Vom Hobas Point fahren wir weiter zum rund zwei Kilometer entfernten Hikers Point. Die Strecke dorthin ist allerdings so steinig und ruppig, dass selbst die kurze Fahrt zur kleinen Offroad-Prüfung wird. Von hier bietet sich noch einmal ein völlig anderer Blick in die Schlucht. Gleichzeitig beginnt hier der berühmte Fish River Canyon Hiking Trail: Rund 85 Kilometer führt die mehrtägige Wanderung durch den Canyon bis nach Ai-Ais. Wer sich auf das Abenteuer einlässt, braucht dafür mehrere Tage, gute Kondition und vor allem jede Menge Ausdauer. Für uns ist allerdings schnell klar: Das ist definitiv nichts für uns.

Wir fahren zurück zum Hobas Point und versuchen noch, weitere Aussichtspunkte zu erreichen. Doch die Straße wird nach wenigen Kilometern so schlecht, dass wir die Weiterfahrt abbrechen. Stattdessen kehren wir um und suchen uns einen Platz am Canyonrand. Geduldig warten wir, bis die Sonne langsam am Horizont verschwindet und die Felswände in warmes Licht taucht. Es ist ein wunderschöner Abschluss unserer Zeit in Namibia.

Morgen geht es zurück nach Südafrika. In unserem geliebten Paternoster an der Westküste wollen wir die Abenteuer der letzten drei Wochen in aller Ruhe verarbeiten. Und genau dafür ist Paternoster bestens geeignet!

Fish River Canyon in Namibia
Fish River Canyon in Namibia
Fish River Canyon Lodge in Namibia
Endlich wieder Asphalt unter den Reifen: Wir nehmen Abschied vom Süden Namibias und kehren zurück nach Südafrika
Reisebericht Namibia Süden mit allen Highlights und Sehenswürdigkeiten

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