Paso de Jama & Ruta 27
Chiles schönste Panoramastraße →
Die Atacama-Wüste ist eines der außergewöhnlichsten Reiseziele in ganz Südamerika – und für viele Chile-Reisende ein absolutes Highlight. Rund um das kleine Wüstendorf San Pedro de Atacama erwarten dich surreale Landschaften: Mondtäler aus rotem Gestein, türkisfarbene Lagunen, spiegelnde Salzseen, dampfende Geysire und Vulkane, die sich bis über 6.000 Meter in den Himmel erheben. Wir verbringen insgesamt zehn Tage in dieser faszinierenden Region und entdecken dabei einige der spektakulärsten Orte im Norden Chiles. Begleite uns auf eine Reise durch die trockenste Wüste der Welt – zu den schönsten Sehenswürdigkeiten, eindrucksvollsten Landschaften und besten Ausflügen rund um San Pedro de Atacama.
Lage & Route
Land
Chile
Anzahl Besuche
2x
Reisejahre
2025
2026
Letztes Update
03.2026
Kurz & knackig — Unsere Meinung
„Die Atacama ist einer dieser Orte, der uns wirklich sprachlos gemacht hat. Die Landschaft wirkt so surreal, dass man glaubt auf einem anderen Planeten zu sein.“
Inhaltsverzeichnis
Verknüpfte Themen —
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01 — Intro
Vielleicht kennst du das: Man ist auf Reisen, sieht etwas Außergewöhnliches – sei es eine wunderschöne Landschaft, ein einmaliges Naturereignis, ein kulturelles Highlight – und verfällt dann schnell ins Schwärmen mit Superlativen: „Das ist das Schönste, was ich je gesehen habe!“. Uns ging das jedenfalls jahrelang so. Inzwischen sind wir viel in der Welt herumgekommen, dass wir uns abgewöhnt haben, Reiseziele und Wow-Effekte miteinander zu vergleichen. Es geht einfach nicht, und es ist nicht fair.
Diesen Vorsatz haben wir gehalten. Bis wir in der Atacama ankamen. Wow!
Die Atacama liegt im Norden Chiles auf 2.400 bis 4.000 Höhenmetern. Auf einer Fläche etwas größer als Österreich erstreckt sie sich von der Grenze Perus bis Copiapó, und vom Pazifik bis zu den Anden. Ihr Hauptmerkmal: Sie ist die trockenste Wüste der Welt, in manchen Regionen hat es seit Jahrhunderten nicht geregnet. Wenn du nun an endlose Sanddünen denkst, liegst du völlig falsch. Die Atacama ist unglaublich vielseitig: riesige Salzebenen, zerklüftete Mondlandschaften, farbige Lagunen, dampfende Geysire und bunte Vulkane, so weit die Augen reichen. Die Wirkung, die diese einmalige Landschaft in ihrer Kompromisslosigkeit erzeugt, ist mit Worten schwer zu beschreiben.
Mit diesem Reisebericht versuchen wir dennoch annähernd wiederzugeben, was eine Reise in die Atacama so besonders macht. So viel vorab: Ursprünglich haben wir fünf Nächte in San Pedro de Atacama geplant. Uns gefällt es hier allerdings so gut, dass wir nach einem kurzen Abstecher nach Nord-Argentinien um weitere fünf Nächte verlängern.
02 — San Pedro de Atacama
Nach unserem Kurzbesuch in der Hauptstadt Santiago de Chile fliegen wir also mit LATAM Airlines – der vielleicht zuverlässigsten Airline der Welt – nach Calama, in den Norden des Landes. Der Flug dauert kurzweilige zwei Stunden. Noch bevor der Landeanflug beginnt, rückt der Boden immer näher: Dass Calama auf einer Hochebene in rund 2.300 Metern Höhe liegt, lässt sich aus dem Fenster eindrucksvoll erleben.
Am Flughafen in Calama holen wir unseren Mietwagen ab. Für die meisten Sehenswürdigkeiten in der Atacama genügt ein Pkw. Damit wir jedoch maximal flexibel bleiben, entscheiden wir uns für einen Allrad-SUV. Los geht’s auf Entdeckungsreise in die Atamca! Die letzten 100 Kilometer nach San Pedro de Atacama sind ein Klacks.
San Pedro de Atacama liegt wie eine kleine Oase mitten in der Wüste. Der Ort schmiegt sich an den Rand des Salar de Atacama und liegt auf rund 2.400 Metern Höhe, umgeben von Vulkanen, Salzpfannen, staubigen Ebenen und schroffen Gebirgszügen. Trotz seiner abgeschiedenen Lage ist San Pedro der wichtigste Ausgangspunkt für Erkundungen in der Atacama-Wüste – und damit das touristische Zentrum der gesamten Region.
Für jede Sehenswürdigkeit rund um San Pedro de Atacama ist der Kauf von Tickets notwendig. Leider gibt es dafür keine einheitliche Regelung! Das macht es dem Besucher unnötig schwer:
Mal kann man am Gate vor Ort bezahlen (z.B. El Tatio Geysire), mal muss man an einer Touristeninfo weit außerhalb einer Sehenswürdigkeit zahlen (z.B. in Socaire, um die Piedras Roja zu besuchen), mal muss man online eine Reservierung abschließen, um anschließend vor Ort Tickets kaufen zu können. Mal ist die Zeit des Besuchs frei wählbar, mal geht es nur nach fest vereinbarten Uhrzeiten. Mal akzeptieren sie Bargeld, mal nur die Karte.
Es ist jedes Mal anders – und es ist jedes Mal undurchsichtig.
Wir empfehlen daher: Bitte informiere dich unbedingt vorab auf den jeweiligen Websites. Beachte dabei, dass Informationen fehlerhaft sein können, darunter die Preise und ganz besonders die Öffnungszeiten. Nahezu alle Sehenswürdigkeiten schließen bereits um 17 Uhr.
03 — Valle de la Luna
Nur wenige Kilometer von San Pedro de Atacama entfernt liegt eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Region: das Valle de la Luna. Das „Mondtal“ fasziniert mit einer unvergleichbaren Landschaft! Rotes Gestein, scharfe Grate, tiefe Schluchten und glatte Sandflächen wechseln sich ab – jede Kurve, jeder Hügel eröffnet neue, fast surreale Perspektiven. Die Lichtstimmung der Atacama verstärkt den Eindruck: Je nach Tageszeit wechseln die Farben von zartem Gold über warmes Rot bis hin zu kühlen, beinahe violetten Tönen.
Um das Valle de la Luna zu erleben, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten – die beide sehr unterschiedliche Erfahrungen bieten.
Unser Ticket-Tipp: Für beide folgende Möglichkeiten benötigst du separate oder kombinierte Tickets, die du nur direkt im Visitor Center des Valle de la Luna kaufen kannst. Das Visitor Center liegt südwestlich von San Pedro, etwa 6 km außerhalb der Stadt. Du erreichst es über die Ruta 23.
Eine der bekanntesten und am einfachsten zu erreichenden Stellen, um das Valle de la Luna zu erleben, ist der Aussichtspunkt „Mirador de Kari – Piedra del Coyote“. Er liegt fast direkt an der Ruta 23 und bietet einen spektakulären Panoramablick über die Sanddünen, bizarren Felsformationen und das weitläufige Tal.
Hier oben pfeift kräftig der Wind! Wir suchen uns einen Platz auf den Felsen und warten darauf, wie die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet. Fast zwei Stunden lang beobachten wir, wie das Licht das Tal Stück für Stück in immer wärmeres Gold taucht und die Schatten immer länger werden. Der Anblick ist schlicht atemberaubend: Die Landschaft wirkt wie verzaubert, die Stille der Wüste wird nur vom Wind unterbrochen, der riesige Staubwolken durch den goldenen Sand vor sich hertreibt. Als sich der Himmel schließlich dunkelblau-violett färbt, entfaltet sich über uns ein Meer aus Sternen. Wirklich der Hammer!
Wer A sagt, sollte auch B sagen. Am nächsten Tag wollen wir das Valle de la Luna hautnah erleben und tief in das Teil eintauchen. Vom Visitor Center führt die einzige Straße hinein in das Herz des Mondtals. Entlang der rund 11 Kilometer langen Strecke liegen mehrere ausgewiesene Stopps. Einer der ersten Eindrücke sind die gewaltigen Gesteinsformationen, die wie erstarrte Wellen aus dem Boden ragen. Wind und Salz haben hier über Millionen Jahre bizarre Strukturen geformt.
Wir fahren zunächst ganz bis zum Ende, wo uns die Tres Marías erwarten – drei skurrile Felsnadeln, die wie Figuren in der Landschaft stehen. Sie gehören zu den meistfotografierten Motiven des Tals. Nicht weit davon liegt das sogenannte Amphitheater, eine weite, halbkreisförmige Gesteinsformation, die an eine natürliche Arena erinnert.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Duna Mayor, eine riesige Sanddüne, die sich weich in die schroffe Landschaft legt. Die nur 3 km kurze Wanderung belohnt uns mit einem grandiosen Panorama weit über das gesamte Tal – wir fühlen uns wirklich wie auf einem anderen Planeten!
04 — Valle de Marte
Nicht unweit vom Valle de la Luna liegt das Valle de Marte, was übersetzt „Tal des Mars“ bedeutet. Sein Name bezieht sich auf die rote Felslandschaft und die dunkelbraun-beigefarbenen riesigen Sanddünen, die wie eine Marslandschaft aussehen. Oftmals erhält dieses Tal fälschlicherweise die Bezeichnung Valle de la Muerte, also Tal des Todes. Doch mit dem Death Valley in Kalifornien ist dieser Ort nicht zu vergleichen.
Am Eingangstor angekommen, registrieren wir uns für den Nationalpark und zahlen umgerechnet rund 6 € pro Person. Von dort führt eine etwa drei Kilometer lange Piste durch enge Felsspalten hinein ins Tal. Schon die Zufahrt ist beeindruckend: Die Wände rücken dicht zusammen, der Sand leuchtet rötlich, und der Himmel spannt sich tiefblau darüber.
Am einzigen Parkplatz beginnt ein etwa ein Kilometer langer Wanderweg, der relativ steil zu einem Aussichtspunkt hinaufführt. Der Untergrund ist stellenweise tiefsandig, was das Gehen – besonders in der Hitze – deutlich anstrengender macht, als die Distanz vermuten lässt. Oben angekommen bietet sich ein weiteres atemberaubendes Panorama über das Tal.
Statt denselben Weg zurückzugehen, entscheiden wir uns für den Rundweg entlang des Rims auf der gegenüberliegenden Seite. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven. Am Ende des Rundwegs gibt es nur einen Weg zurück zum Startpunkt: 150 Meter steil bergab über die riesigen Sanddünen! Das klingt leichter, als es ist, denn das Gefälle ist wirklich steil. Schon nach wenigen Metern sind unsere Schuhe randvoll mit Sand – und der ist heiß!
„Die Atacama Wüste wirkt so surreal, dass man glaubt auf einem anderen Planeten zu sein.“
Ein Juwel im Norden von Chile
05 — Lagunas Baltinache
Rund eine Stunde nordwestlich von San Pedro de Atacama, mitten in der kargen Weite der Wüste, liegen die Lagunas Escondidas de Baltinache – die „versteckten Lagunen“. Schon die Anfahrt über die einsame, staubige Piste macht deutlich: Hier draußen gibt es nichts außer Himmel, Salz und Stille. Und genau das macht diesen Ort so besonders.
Hinter dem unscheinbaren Eingang verbergen sich sieben türkisfarbene Salzlagunen, eingebettet in eine schneeweiße Kruste aus Mineralien. Das Wasser schimmert intensiv blaugrün, fast unwirklich vor der trockenen, erdfarbenen Umgebung. Der Kontrast könnte größer kaum sein.
In der größten Lagune ist Baden erlaubt – und das ist ein Erlebnis für sich! Sonnencreme, Schmuck oder Wasserschuhe sind nicht erlaubt, als wir für maximal 20 Minuten in das erstaunlich sehr kalte Wasser hüpfen dürfen. Schwimmen ist in der Lagune mit rund 30 % Salzgehalt kaum möglich, so enorm ist der Auftrieb. Nach dem Baden bleibt eine dicke Salzschicht auf der Haut zurück, die in der trockenen Luft der Atacama sofort kristallisiert. Süßwasserduschen am Ausgang helfen, das Salz wieder abzuspülen.
06 — Valle de Jere
Südlich von San Pedro de Atacama, entlang der Ruta 23, reihen sich viele der Sehenswürdigkeiten auf. Ein erster kurzer Halt gilt dem Valle de Jere in Toconao. Das kleine, grüne Tal präsentiert sich wie eine Oase in der kargen Atacama-Wüste. Hier treffen wir auf jahrhundertealte Obstgärten, kleine Kanäle und gepflegte Felder – ein überraschender Kontrast zur trockenen Umgebung. Mitten in Toconao zweigt eine kleine Straße nach Westen ab zu einem Gate. Nur wenige Meter dahinter klettern wir auf einen kleinen Felsen, der einen tollen Blick in das Valle de Jere ermöglicht.
07 — Laguna Chaxa
Nur wenige Kilometer hinter Toconao liegt die Laguna Chaxa im Salar de Atacama, dem größten Salzsee des Landes. Die Lagune gehört zum Nationalreservat Los Flamencos und ist vor allem für ihre Flamingo-Population bekannt. Rosa und weiße Vögel ziehen elegant über das spiegelglatte Wasser, während sie nach Nahrung suchen – ein beeindruckendes Schauspiel vor der kargen, salzweißen Kulisse der Wüste.
Am Ufer führen Holzstege durch das Reservat, von denen aus wir die Tiere in Ruhe und aus nächster Nähe bestaunen können, ohne sie zu stören. Neben den Flamingos lassen sich hier auch verschiedene Entenarten, Reiher und andere Vögel beobachten.
Wichtiger Hinweis: Google Maps führt uns wieder einmal in die Irre! Die auf Google Maps gezeigte Route soll über den Süden zur Laguna Chaxa führen. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine private Mining-Road, die für die Öffentlichkeit gesperrt ist – rund eine halbe Stunde Fahrzeit umsonst! Stattdessen befindet sich die Zufahrt rund fünf Kilometer südlich von Toconao, über die B-355. Als Ziel solltest du bei Google Maps also nicht nur „Laguna Chaxa“ eingeben, sondern „Centro Turistico Laguna Chaxa“.
08 — Laguna Miscanti & Miñiques
Weiter die Ruta 23 entlang nach Süden erreichen wir irgendwann die Laguna Miscanti und Laguna Miñiques. Auf über 4.000 Metern Höhe liegen diese beiden atemberaubenden Hochgebirgsseen, die wie aus einer anderen Welt wirken. Eingebettet in die karge Andenlandschaft spiegeln sich die umliegenden Vulkane im tiefblauen Wasser, während Flamingos und andere Vogelarten die Szenerie beleben.
Was wir nicht wussten: Um die Lagunas Miscanti & Miñiques besuchen zu dürfen, benötigt man Tickets, die nur an einem Kontrollpunkt in Socaire erhältlich sind. Ohne diese im Voraus gekauften Tickets erhält man keinen Zutritt – die Ranger zeigen sich hartnäckig. Da uns eine Rückfahrt nach Socaire mindestens 30 Minuten kosten würde, verzichten wir auf den Eintritt. Von der Rangerstation haben wir zum Glück ein tolles Panorama auf die beiden Lagunen, ohne den Park betreten zu müssen.
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09 — Piedras Rojas
Am nächsten Tag wollen wir den südlichen Teil der Atacama entdecken. Gut eine Stunde Fahrtzeit hinter Socaire erhebt sich eine der markantesten Landschaften der Atacama-Wüste: die Piedras Rojas – die „Roten Steine“. Diese leuchtend roten Felsformationen ragen aus der schneeweißen Salzfläche eines riesigen Salzsees empor. Gerade dieser Kontrast – rotes Gestein, blendend weiße Salzkruste, das blaugrüne Wasser der Lagune und die bunten Vulkane im Hintergrund – macht die Landschaft so surreal und zu einem der meistfotografierten Orte der Atacama.
Wo es am schönsten ist, sind auch die meisten Menschen. Der Besucherandrang ist riesig, im Minutentakt spucken die Minibusse neue Touristengruppen aus. Entsprechend streng ist der Zugang zu den Piedras Rojas organisiert: Jeder Besucher erhält nur eine Stunde Zeit, um den Rundweg zu den Felsen und hinunter zum Salzsee zu erkunden. Um Tickets zu erhalten, müssen wir diese vorab online reservieren und anschließend an der oben erwähnten Kontrollstation in Socaire abholen. Gültig sind die Tickets ausschließlich für eine zuvor festgelegte Uhrzeit. Pünktlichkeit ist angebracht, also machen wir uns zügig auf die Weiterfahrt.
Kleiner Tipp: Falls du nicht hinunter bis an den Salzsee musst und Geld sparen möchtest, fahre bis zum südöstlichen Ende des Salzsees. Dort gibt es auf einer Anhöhe einen sehr guten und kostenlosen Aussichtspunkt: den Mirador de Aguascalientes.
10 — Ruta 23 / Paso de Sico
Fast wären wir von Piedras Rojas direkt zurück nach San Pedro de Atacama gefahren. Doch die Neugier, was uns auf dem weiteren Verlauf der Ruta 23 noch erwartet, drängt uns zur Weiterfahrt. Gut so!
Nur wenige Kilometer hinter Piedras Rojas taucht zu unserer Linken bereits der nächste Salzsee auf: die Laguna Tuyajto. Still liegt er auf über 4.000 Metern Höhe, eingerahmt von sanften Hügeln und Vulkanen, die sich in dem riesigen Salzsee imposant spiegeln.
Noch spektakulärer präsentiert sich wenig später der farbenfrohe Vulkan Jucones. Seine aufgesprengte Flanke legt Gesteinsschichten in unterschiedlichsten Farbtönen frei – Ocker, Rostrot, Violett und Grau verlaufen wie gemalt ineinander. Die Landschaft sieht aus, als hätte jemand mit dem Pinsel nachgeholfen. Ein fantastisches Fotomotiv – und einer dieser Orte, an denen uns wieder einmal die Worte fehlen!
Wir folgen der Ruta 23 weiter bis zum letzten Salzsee auf dieser Strecke, der Laguna Salar El Laco. Dahinter wird die Landschaft zunehmend karger, Autos kommen uns schon seit vielen Kilometern nicht mehr entgegen. Kurz vor dem Paso de Sico, dem Grenzübergang nach Argentinien, drehen wir schließlich um – mit dem Gefühl, einen besonders abgelegenen und überraschend vielfältigen Teil der Atacama entdeckt zu haben.
11 — Ruta 27 / Paso de Jama
Wir hatten es immer gehofft – und unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Die Fahrt über die Anden von Chile nach Argentinien über die Ruta 27 hinauf zum Paso de Jama gehört zu den landschaftlich spektakulärsten Panoramastraßen, die wir in unseren 20 Jahren Reisen erlebt haben. Auf fast 5.000 Metern Höhe geht es durch eine Landschaft voller Vulkane, ohne jede Spur von Zivilisation, und durch Luft, die im wahrsten Sinne des Wortes „atemberaubend“ dünn ist! Ein Erlebnis, das so besonders ist, dass wir der Ruta 27 einen eigenen Artikel spendieren.
Die nächsten fünf Tage werden wir im Norden Argentiniens verbringen. Von Tilcara geht es nach Humahuaca und über Salta nach Cachi, ehe wir in die Atacama-Wüste zurückkehren. Was wir dort alles erleben, erfährst du in unserem Reisebericht über Nord-Argentinien.
12 — El Tatio Geysire
Rund 90 Kilometer nordöstlich von San Pedro de Atacama liegt ein weiteres beeindruckendes Naturphänomen dieser Region: das Geysirfeld El Tatio. Auf etwa 4.300 Metern Höhe sprudeln hier heiße Fontänen aus dem Boden – ein Anblick, der die karge, von Vulkanen gesäumte Landschaft noch atemberaubender wirken lässt.
Die knapp zweistündige Anfahrt führt zunächst über Asphalt, ab Machuca geht es die letzten 30 Kilometer über eine meist gut befahrbare Schotterstraße weiter. Riesige Ebenen, ödes Land und zahlreiche Vulkane ziehen wieder einmal an uns vorbei, darunter der Cerro Colorado, dessen leicht rötliche Flanke immer wieder gelben Schwefelrauch aufsteigen lässt.
An den El Tatio Geysiren angekommen, zahlen wir den Eintritt von rund 15 Euro pro Person direkt vor Ort. Die meisten Besucher kommen zwischen 5:30 Uhr und 7:30 Uhr, wenn die Temperaturunterschiede zwischen Erde und Luft am größten sind und die Geysire am aktivsten – dann schießen sie ihre bis zu zehn Meter hohen Wasserfontänen in den Himmel. Das hätte allerdings bedeutet, dass wir bereits um 4:00 Uhr in San Pedro hätten starten müssen – für uns eindeutig zu früh. Deshalb sind wir später unterwegs, wenn die Geysire zwar nicht mehr sehr aktiv sind, dafür aber der große Besucheransturm bereits vorbei ist. So genießen wir die blubbernden Wasserlöcher ganz für uns allein – ein stilles Erlebnis inmitten der unberührten Anden.
Nach insgesamt zehn Tagen in der Atacama-Wüste nehmen wir schweren Herzens Abschied von diesem wunderschönen Reiseziel. Doch unsere Zeit in Chile ist noch längst nicht vorbei: Am nächsten Morgen reisen wir weiter nach Temuco, von wo aus wir die Chilenische Schweiz erkunden werden.
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